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Dolmetschertechnik: Flüsteranlage oder schalldichte Kabine?

Simultandolmetschen bei mehrsprachige Konferenzen und Veranstaltungen – eine Beratung bzgl. der passenden Dolmetschanlage ist sehr wichtig!

Dolmetscherkabine

Für räumlich und zeitlich begrenzte Situationen mit geringer Teilnehmerzahl und nur einer Sprachkombination werden in der Regel Flüsteranlagen (auch als Personenführungsanlagen oder Flüsterkoffer bekannt) eingesetzt. Bei dieser Dolmetschanlage trägt der Dolmetscher ein Nackenbügelmikrofon, das eine sehr gute Hand- und Bewegungsfreiheit garantiert. Das Nackenbügelmikrofon ist mit einem Taschensender verbunden, welcher die Sprachsignale per Funk zu den Teilnehmern übermittelt.

Auf Veranstaltungen und internationalen Konferenzen mit vielen Teilnehmern unterschiedlicher Sprachen ist hingegen der Einsatz von Dolmetscherkabinen notwendig. Die Dolmetscherkabine ist der Arbeitsplatz der Simultandolmetscher. Daher sind gewisse Anforderungen an eine Kabine geknüpft, damit der Einsatz der Dolmetscher sichergestellt werden kann. Zunächst muss die Kabine so schalldicht wie möglich sein, damit Tagungsgäste und Dolmetscher sich nicht gegenseitig stören. Eine entscheidende Rolle spielt auch die eingebaute Ventilation, die für ausreichende Frischluft sorgt, sowie ausreichende Beleuchtung. Ganz wesentlich ist der Standort der Kabinen. Dolmetscher sind auf den direkten Blickkontakt mit den Rednern und mit der Dia- oder Overheadprojektion angewiesen.

Bei kleineren Meetings mit nur drei oder vier fremdsprachigen Teilnehmern bevorzugen Kunden aus preislichen Gründen oft die Flüsteranlagen, was zumeist zu Ungunsten der Dolmetscher geht. Kunde haben oft kein Verständnis für die Arbeitsbedingungen der Dolmetscher, die mit Flüsteranlagen unter erschwerten und weitaus belastenderen Umständen arbeiten müssen. Kunden sollten daher im Vorfeld, schon bei der Angebotserstellung, über die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Dolmetschanlagen aufgeklärt werden.

Allzu oft haben Kunden keine genaue Vorstellung von einer Simultandolmetschung und stellen sich diese einfach als Stimme vor, die wie aus einem Radio fast praktisch von allein kommt.
So hat einmal ein Kunde bei einem Dolmetschtermin für ein Firmenmeeting, wo auch Filmausschnitte mit Werbungen und Interviews über das Produkt auf die Leinwand projiziert werden mussten, behauptet, dass wir Dolmetscher nur übersetzen müssten, was wir hören und nicht was wir sehen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass auch visuelle Informationen für Dolmetscher von wesentlicher Bedeutung sind. Sowohl bei Dolmetschkabinen als auch bei Flüsteranlagen muss also von vornherein eine gute Position und der entsprechende Platz für die Kabinen eingeplant werden.
Bei demselben Dolmetschtermin weigerten sich außerdem die Teilnehmer des Firmenmeetings bei Fragen ins Mikrophon zu sprechen, weil sie sich dadurch unwohl fühlten, was für uns Dolmetscher zu erheblichen Verständnisproblemen geführt hat.

Eine ganz wichtige Rolle spielt daher eine ausführliche Beratung bei der Auswahl der Konferenz- und Dolmetschertechnik, bei der die Kunden mit Vorteilen, Nachteilen und Anforderungen beider Alternativen konfrontiert werden müssen. In der Folge werden sie, besser informiert, die Entscheidung nicht immer nur nach dem Preis treffen, sondern mit Respekt vor den Arbeitsbedingungen der Simultandolmetscher und im Sinne einer entscheidend höheren Qualität.

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